Ein Praktikum mit Aussichten


Bemen, es ist Donnerstag im Dezember, 9.30 Uhr, der Duft nach Kaffee liegt in der Luft. Der Raum, in dem wir uns treffen ist durch seine lichtdurchlässigen Wände aus Milchglas freundlich und motivierend, genauso wie der Umschüler des IT-Bildungshauses, mit dem wir uns treffen.

Es ist Mohammad, der seit 2017 an der Umschulung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung im IT-Bildungshaus teilnimmt. Wie der Jahrgang zuvor, steht auch seine Klasse vor einem ebenso aufregenden wie interessanten Teil der anspruchsvollen Umschulung: Dem Praktikum. Es beginnt nach einem Jahr Theorie in den Unterrichtsräumen und es endet nach sieben Monaten. Die Aufregung ist nicht umsonst: erstens ist fast alles neu und zweitens haben die Umschüler bei einem positiven Verlauf des Praktikums mitunter eine Chance, nach ihrem IHK-Abschluss eine Festanstellung im Praktikumsbetrieb zu bekommen.

Doch wie sieht so ein Praktikum überhaupt aus? Mohammad hat sich bereit erklärt uns diese Frage zu beantworten.

Ein weiter Weg

Vor 3 Jahren kam er nach Deutschland und auf der Suche nach einer Chance, seine erlernten Kenntnisse und Stärken einbringen zu können (er hatte Informatik studiert und war nebenbei in seiner Heimat im Bereich Systemintegration tätig), ist er auf das IT-Bildungshaus gestoßen. Die einzige Hürde, die er überwinden musste, waren seine damals noch schlechten Deutschkenntnisse.

Doch durch seine Motivation und Lernbereitschaft konnte er diese in einem kurzen Zeitraum stark verbessern. Während der Umschulung bekam er an zwei Stunden pro Woche Deutschunterricht im IT-Bildungshaus und hat dadurch an Selbstsicherheit gewonnen.

Das Praktikumsprojekt

Ein Ziel des Praktikums ist es ein Thema für das Praktikumsprojekt zu finden, das ein wichtiger Bestandteil der Umschulung ist. Es ist jedoch nicht leicht, ein vor der IHK genehmigungsfähiges Entwicklungsprojekt zu finden. Die Projekte müssen bestimmte Kriterien erfüllen, wie

 

  • Neuentwicklung
  • Keine fertigen Komponenten
  • Nutzen bringendes Ergebnis
  • In 70 Stunden umsetzbar

 

Viele Praktikanten suchen lange nach dem richtigen Projekt.

Im Januar 2019 müssen die Umschüler/innen dieses Jahrgangs die Projektanträge in einer vorgegebenen Form bei der IHK stellen und dann beginnt das bange Warten auf die Genehmigung. Ist das Projekt genehmigt, kann der/die Praktikant/in mit der Entwicklung loslegen.  70 Stunden haben die Umschüler dafür Zeit, das sind knapp zwei Arbeitswochen. Darin ist auch die Dokumentation enthalten. Danach folgt die Erstellung einer Präsentation für den Prüfungsausschuss.

Wertschätzung und Arbeit im großen Team

Mohammads Praktikum findet bei neusta software developement statt, einem mit über 300 Mitarbeitenden relativ großen Softwarehaus, das sich mit passenden Softwarelösungen für seine Kunden beschäftigt. Er berichtet, dass er zunächst die Befürchtung hatte, nicht genügend fachliches Wissen mitzubringen. Doch auch, wenn er neben C# und .NET hauptsächlich Erfahrungen mit der Programmiersprache Java hatte, hat er sich schnell in die neuen Programmiersprachen eingearbeitet. Momentan wird ein großes Projekt mit mehreren Teams bearbeitet. In einem davon arbeitet er mit. Er berichtet davon, während des Praktikums die notwendigen Techniken und Programmiersprachen gelernt zu haben. Auch konnte er sein bisher erlangtes Wissen umsetzen und weiter festigen.

Zudem wurde er im Praktikum umfangreich eingearbeitet und durch einen Team-Kollegen begleitet. Sein Thema für das Praktikumsprojekt hat er schon gefunden, jetzt muss er bis zum Beginn der Programmierarbeiten noch einiges lernen.  Und das macht er offenbar so gut, dass bei ihm eine Aussicht auf einen festen Arbeitsplatz nach seiner Umschulung besteht.

Ein besonderes Highlight für ihn war es, endlich das Gefühl zu haben, durch das Miteinander in seinem Team ein professioneller und ernstgenommener Entwickler zu sein. Mohammad wirkt erleichtert, als er von seinen Erfahrungen berichtet und uns freut es, dass er so ein positives Erlebnis verbuchen konnte.

Gute Vorbereitung aufs Praktikum

Geholfen hat ihm unter anderem das 4-wöchige Scrum-Projekt Training, das vom IT- Bildungshaus durchgeführt wird und ebenfalls ein Bestandteil der Umschulung ist. Hier lernen die Teilnehmer mit der Methode Scrum effektiv im Team zu arbeiten und Arbeitsabläufe zu planen und zu organisieren.

Das Fazit

Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass das Praktikum während der Umschulung ein wichtiger Teil ist, bei dem die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umgesetzt und neue Inhalte erlernt werden können. Außerdem ist es eine gute Möglichkeit das Arbeiten im Betrieb kennen zu lernen und sich auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Und es ist natürlich Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung.

Im Falle von Mohammad verlief dies sehr positiv und wir wünschen ihm für seinen weiteren Weg viel Erfolg.

 


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