Wie funktioniert Kommunikation?

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Verfasst am 18. August 2020

Aller Anfang ist Kommunikation

Am Anfang der Umschu­lung steht im IT-Bildungs­haus ein einwö­chi­ges Modul zum Thema Kommu­ni­ka­tion und Team-Bildung (K/T).

Das Thema K/T ist wich­tig im Präsenz­un­ter­richt, aber in Zeiten von Corona-beding­tem dezen­tra­lem Lernen ist es ein Erfolgs­fak­tor. Denn: eine neue Klasse aus 20 Menschen, die gemein­sam lernen, sich mittei­len, nach­fra­gen und auch in Klein­grup­pen zusam­me­n­a­r­bei­ten sollen, brau­chen Vertrauen in die ande­ren Teil­neh­men­den. Und Vertrauen in sich selbst.

Eine Woche hatte die neue Klasse schon IT-Unter­richt, als Susanna Glan­der mit dem Modul K/T star­tete. Das Modul baut sich Tag für Tag auf und star­tet natür­lich mit dem Kennen­ler­nen. Zweier-Teams lernen sich kennen und präsen­tie­ren dann allen ande­ren das Ergeb­nis. Dabei kommt jede/r, der/die eine/n andere/n kennen­lernt auch zu neuen Erkennt­nis­sen über sich selbst und die eige­nen Ziele.

Es gibt keinen 32 Stun­den Tag für Umschü­ler/innen

Zum Beispiel wissen viele von sich nicht, welcher Arbeits-Typ sie sind: arbei­tet man chao­tisch und führt erst am Ende des Tages alle Einzel­teile zu einem Ergeb­nis zusam­men oder teilt man die Arbeit genau ein und beginnt die großen Brocken abzu­a­r­bei­ten, um die klei­nen dazwi­schen zu schie­ben?
Neu ist auch für viele das eigene Zeitmanagement, über das sie jetzt nachdenken sollten: eine Umschulung bedeutet, dass Teilnehmende in der Regel 8 - 9 Stunden weniger Zeit zur Verfügung haben als vor der Umschulung. Also ist die Frage: Was lasse ich weg, was kann ich delegieren und was verschiebe ich auf das Wochenende? Klar ist, dass Teilnehmende mit der Aufgabe der Kinderbetreuung hier besondere Hürden nehmen müssen. Wichtig ist aber zunächst, dass sich alle klar darüber sind, dass der Ablauf aus der Zeit vor der Umschulung vermutlich nicht mehr funktioniert. Nicht für die nächsten 2 Jahre und wenn alles gut läuft, auch nicht im Job, den man danach hat.

Lernen mit Ziel

Susanna stellt hier Fragen, die erst zum Nach­den­ken und letzt­end­lich zum Ziel führen sollen. Apro­pos Ziel: Wer lernt, braucht eine Moti­va­tion und ein Ziel, auf das er oder sie zusteu­ert. Das kleine Ziel ist erst einmal, dass sich jede/r darüber klar wird, was er oder sie schaf­fen kann – an einem Tag und in einer Woche -, indem er oder sie realis­tisch einschätzt, welche Zeit (siehe oben) und welche Metho­den ihm oder ihr zur Verfü­gung stehen. Susanna ergrün­dete mit den Teil­neh­men­den, welcher Lern­typ sie sind und welche Metho­den sie anwen­den können.

Wich­tig: Zum grund­sätz­li­chen Verständ­nis von Lernen zählt, dass Lern­stoff eine Holschuld ist. Alle sind selbst dafür verant­wort­lich, sich den Stoff zu besor­gen, danach zu fragen (in der Regel beim/bei der Trai­ner/in) und dann einen Lern­plan zurecht zu legen (Tages- und Wochen-Ziel). Dazu kann es hilf­reich sein, sich mit ande­ren auszu­t­au­schen, die ja jetzt auch alle über dieses Thema nach­den­ken. Wie gut, dass man schon so viel vonein­an­der weiß und im besten Falle vertrau­ens­voll darüber spre­chen kann (siehe oben).

In dieser Woche stellte sich auch heraus, dass einige Teil­neh­mende im dezen­tra­len Unter­richt an ihre deutsch-sprach­li­chen Gren­zen stoßen. Der vertrau­ens­volle Umgang führte dazu, dass Teil­neh­mende dieses Problem melde­ten und um Hilfe baten. Weil wir nicht wissen, wann wir wieder im Präsenz­un­ter­richt zusam­men­kom­men, wurde das Büro tätig und wird seine Sprach­för­de­rung aus den vorhe­ri­gen Jahren wieder anbie­ten. Zunächst auch dezen­tral.

Team­a­r­beit

Wenn zwei bis n Menschen zusam­men arbei­ten sind sie noch lange kein Team. Arbei­ten sie neben­ein­an­der sind sie besten­falls eine Arbeits­gruppe. Zum Team gehört Vertrauen, Kommu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit, Verant­wor­tung und auch Konflikt­fä­hig­keit. Team-Bildung fängt im Idea­l­fall mit einer Orien­tie­rungs­phase an. Dann kann man davon ausge­hen, dass trotz aller gelern­ten Kommu­ni­ka­ti­ons­me­tho­den Span­nun­gen entste­hen. Die muss das Team jetzt nutzen, um sich neu zu orga­ni­sie­ren und Regeln für den Umgang fest­zu­le­gen. Nach mögli­chen Meinungs­ver­schie­den­hei­ten und Diskus­si­o­nen klärt sich dann die Luft und das Team geht in die Iden­ti­fi­ka­ti­ons­phase. Ab jetzt wird effek­tiv gear­bei­tet. Man sieht: gute Teams fallen nicht vom Himmel und das Wissen um den Aufbau und die Merkmale eines guten Teams müssen am Anfang der Ausbildung stehen. Was nicht heißt, dass unsere Trainer nicht während der gesamten Umschulung immer wieder helfend vermitteln und Tipps geben.

Das große Ziel

Oben spra­chen wir vom klei­nen Ziel. Was ist denn das große? Natür­lich der IHK-Abschluss als Anwen­dungs­ent­wick­ler/in. Was so selbst­ver­ständ­lich klingt, ist es aber nicht: Auch dieses Ziel muss man sich erst einmal bewusst machen. Denn was bisher erreicht wurde, einen Bildungs­gut­schein zu bekom­men und eine „Schule“ zu finden, ist nur ein erster Erfolg. Deshalb Achtung: Zurücklehnen gilt nicht. Susanna bringt es sehr genau auf den Punkt, was das neue Ziel ist: Abschlussprüfung bestehen! Wer bisher noch im ersten Gang war, der wird auf Turbo gebracht, denn allen ist nach dem Tag klar, dass es hier eine Riesenchance für das weitere Leben zu ergreifen gilt.

Fazit

Die Teil­neh­men­den können nach einer Woche K/T-Trai­ning mit Susanna einen Vorher-Nach­her-Vergleich machen:

  • Eine Woche Unter­richt mit einer unbe­kann­ten Gruppe und ohne das Wissen um Lern­ty­pen, Ziele, Planung und Team­a­r­beit liegt hinter ihnen.
  • 50 Wochen Unter­richt mit Team- und Projekt­a­r­beit und dem Wissen, dass alle Teil­neh­men­den dasselbe Ziel vereint und sie gemein­sam mehr errei­chen können als allein, liegen vor ihnen.

Also Ärmel hoch und los geht‘s.

 

Susanna Glan­der ist Mita­r­bei­te­rin im IT-Bildungs­haus und beglei­tet derzeit die Klas­sen bei den Themen der Social Skills. Außer­dem ist sie im team neusta für die Koor­di­na­tion und das Social Coaching aller Auszu­bil­de­nen verant­wort­lich.